Porzellan & Porzellanmalerei

Porzellan-Herstellung

Quelle: Wikipedia

Porzellan, auch Weisses Gold genannt, besteht aus drei Bestandteilen:

  1. Tonsubstanz (im Volksmund auch Kaolin genannt)
  2. Feldspat und
  3. Quarz


Es gibt Hartporzellan und Weichporzellan, die Anteile der genannten Inhaltsstoffe verhalten sich etwa im Verhältnis 50/25/25 (Hartporzellan) und 40/30/30 (Weichporzellan).

 

Das herausragende Merkmal von Porzellan gegenüber anderen Keramik-Produkten ist die hohe Brenntemperatur (Hartporzellan 1'410 °C, Weichporzellan 1'300 °C), und dass bei oxidierender Atmosphäre gebrannt wird.

 

Es wird zweimal gebrannt: Dem Schrühbrand (Glühbrand/Biskuitbrand) bei ca. 850 °C - 950 °C folgt der Glattbrand (Glasurbrand/Endbrand) bei oben angegebenen Temperaturen.

Die Veredelung des Porzellans bedarf eines dritten Brandes:

  • Aufglasurdekore bei ca. 780 °C - 900 °C
  • Inglasurdekore bei ca. 1'200 °C - 1'300 °C (spülmaschinenfest)
  • Unterglasurdekore werden auf den verglühten Scherben aufgebracht, glasiert und bei den jeweiligen Temperaturen (Weichporzellan 1'300 °C - Hartporzellan 1'410 °C) gebrannt. Somit ist sie die beste, aber auch die teuerste Dekorationsart. Sie wird fast nur für hochwertige Kobaltdekore (wie Zwiebelmuster von Meißen und Hutschenreuther) verwendet.

Kennzeichen des Porzellans: Es hat einen dichten Scherben, muscheligen Bruch und grosse Härte. Es ist säure- und laugenbeständig, nur Fluss-Säure kann es angreifen. Es ist bis zu einer gewissen Scherbenstärke mehr oder weniger transparent (durchscheinend) und hat einen hellen Klang. Porzellan besitzt eine gute Isolierfähigkeit gegen Elektrizität und ist ein schlechter Wärmeleiter.

Die neueste Technologie der Porzellanherstellung für Flachgeschirr ist der Monobrand, d. h. Einbrandverfahren einschliesslich der Dekoration.

Bone China und Hartporzellan sind die edelsten Produkte der keramischen Erzeugnisse. Bone China bezeichnet ein in England entwickeltes Rezept, bei dem man Knochenasche benutzt (bone - Knochen).

Geschichte

Der Herstellungsprozess von Porzellan wurde zunächst im Kaiserreich China im Jahre 620 entwickelt, die Herstellungsmaterialien und -methoden wurden lange Zeit geheim gehalten. Chinesisches Porzellan hat Kaolin (eine spezielle Tonart ohne Eisen) sowie "Petuntse" als Grundmaterialien, sowie feinen Quarz. Beim Brennprozess verbinden diese sich zu einem weissen, harten und glatten Material.

In Europa wurde das Wissen um die Porzellanherstellung durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus Anfang Oktober 1708 in Dresden / Meißen ein zweites Mal entdeckt und nach Tschirnhaus' Tod von Johann Friedrich Böttger dort weiterentwickelt. Am 28. März 1709 vermeldete er in Dresden die Erfindung des europäischen Porzellans. 1710 entstand in Meißen auf der Albrechtsburg die erste europäische Porzellanproduktionsstätte, die Weltgeltung erreichte. Fast ein halbes Jahrhundert lang konnte Meißen das Geheimnis der Porzellanherstellung für sich bewahren. Das Meißner Porzellan aus der Meißner Porzellan-Manufaktur ist noch heute berühmt, alle Porzellane aus dieser Produktion tragen bereits seit 1722 das Markenzeichen für Meißner Porzellan , die "Gekreuzten Schwerter". Durch die kontinuierliche Fertigung bis zum heutigen Tag werden die "Gekreuzten Schwerter" häufig zu recht als die älteste in Gebrauch befindliche Marke bezeichnet.

Viele der Manufakturen mussten um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ihre Produktion wieder einstellen. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Neugründungen, die aufgrund von Kaolinvorkommen rings um Selb (in Nordbayern) entstanden. In diesem Zentrum zwischen Selb und Weiden in der (Oberpfalz), vor allem in Selb, Weiden und Arzberg (Oberfranken), wurde zeitweise bis zu 90 % des deutschen Porzellans produziert.

Heute, im Jahr 2005, ist es mit der bayerischen Porzellanindustrie jedoch nicht zum besten bestellt. Der einst so blühende Industriezweig befindet sich schon seit 1970 in einer schwierigen Krise und Umstrukturierung. Zahlreiche Porzellanfabriken mussten schon ihre Tore schliessen und Tausende von Arbeitsplätzen gingen seitdem in der Porzellanindustrie verloren. In den drei Städten des Stiftlandes: Tirschenreuth, Waldsassen und Mitterteich ist von sechs Porzellanfabriken – in denen einst Tausende Porzelliner beschäftigt waren – ein einziger Betrieb in Mitterteich übrig geblieben, der sich am Markt behaupten konnte. So sterben auch viele Berufe in der Porzellanindustrie dieser Gegend, wie z. B. der des Porzellanmalers (Kerammaler) langsam aus.

Etymologie

Im Italien des 15. Jahrhunderts nannte man die aus China bekannte feine, weisse Keramik “Porcellan", weil man glaubte, sie werde aus der zermahlenen Substanz einer weissglänzenden Muschelschale namens “Porcellana” hergestellt. 

Dieser Begriff seinerseits ist von lat. “Porcella”, das bedeutet “kleine Sau”, abgeleitet, weil die klaffenden Muschelschalen mit dem Geschlechtsteil eines weiblichen Schweines verglichen wurden.

Produktion

Je nachdem, ob in Drehautomaten Teller oder im Giessverfahren (Giessporzellan) Kannen, Dosen usw. hergestellt werden sollen, wird die nach einem bestimmten Mischungsverhältnis vorbereitete Porzellanmasse kompakt und schmiegsam oder flüssig verarbeitet.

Bei der Verarbeitung der flüssigen Masse wird diese in Formen gegossen, die die Aussenform des Werkstückes bestimmen, aber keinen Kern haben – sie sind hohl. Dieses Verfahren wird Schlickerguss genannt. Die Formen können aus vielen Einzelteilen bestehen und dementsprechend viele Teilungsebenen haben, um komplizierte Stücke zu gestalten. Üblich sind jedoch (z. B. für Tassen, Vasen und andere achssymetrische hohle Teile) zweiteilige Formen mit einer Teilungsebene. Die Formen bestehen aus Gips, der die Eigenschaft hat, Wasser einziehen zu können. Damit wird der eingefüllten Porzellanmasse im Randbereich das Wasser entzogen und die festen Bestandteile der Masse lagern sich an den Formwänden ab. Je länger die Masse in der Form verbleibt, um so dicker wird die verbleibende Randschicht. Ist die vorgesehene Dicke erreicht, wird die restliche flüssige Masse aus der Form ausgegossen. Nach gewisser Ruhezeit kann dann die Form geöffnet und die Teile zur endgültigen Trocknung herausgenommen werden. Danach werden sie noch vor dem ersten Brennen entgratet und ggf. sonst ausgebessert, Henkel können mit dicker Porzellanmasse angeklebt werden.

Mit neuentwickelten Technologien wird jetzt mit isostatischen Trockenpressen Flachgeschirr aus Porzellanpulver trockengepresst. Im so genannten Spritzgiessverfahren wird – ähnlich wie bei der plastischen Kunststoffverformung – flüssige Porzellanmasse in Kunststoffformen eingespritzt, unter sehr hohem Druck verdichtet und dabei Wasser entzogen..

Nach dem Trocknen erhalten die Gegenstände den so genannten Glühbrand bei ca. 900 Grad, der in etwa 18 bis 20 Stunden vor sich geht. Nach dem Verglühen erhält das Geschirr die Glasur, die dem Porzellan die zarte, glänzende Schönheit verleiht. Die Glasurflüssigkeit besteht aus den gleichen Bestandteilen wie die Porzellanmasse, nur ist sie viel flüssiger. Daraufhin folgt der Glattbrand bei etwa 1'400 Grad. Dabei werden die Geschirrteile wiederum kontinuierlich in etwa 30 Stunden durch einen 80 Meter langen Tunnelofen (Brennofen) gefahren.

Anschliessend kann das fertige Porzellan dekoriert werden. Dies geschieht entweder mit Buntdruck – das sind bunte Abziehbilder – oder durch Handmalerei. Danach muss es allerdings noch einmal bei 800 Grad in einem Dekorbrandofen gebrannt werden. Hierbei verbinden sich die Farben oder die Silber- und Goldpräparate mit der Glasur. Soll das Porzellan spülmaschinenfeste Dekore erhalten, werden diese bei 1'400 Grad gebrannt, so dass diese speziellen Farben in die noch einmal weich gewordene Glasur eindringen.

Museen

Neben den Porzellan-Abteilungen der grossen Kunstgewerbemuseen sind eigenständige Porzellan-Museen selten und mehr oder weniger mit Firmen verbunden wie in Meißen und in Selb in Bayern. Dabei bietet das Museum der Porzellan-Manufaktur eine der grössten Sammlungen Meißener Porzellans weltweit. Gleichzeitig kann der Besucher hier die Entstehung des Meißner Porzellans in den wichtigsten Fertigungsstufen hautnah miterleben. Das Museum der Manufaktur ist an 360 Tagen im Jahr geöffnet. 

Die Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung in Darmstadt zeigt neben der höfischen Porzellan- und Fayencekunst die Bestände der Kelsterbacher Manufaktur auch in einem Online-Katalog. Im Schloss-Museum Wolfshagen befindet sich mit der Sammlung Bernhard von Barsewisch die grösste Porzellansammlung mitteleuropäischer Blaumalerei. Momentan ist auch im Erkenbert-Museum in Frankenthal (Pfalz) die Ausstellung "Die Kunst Porcelain zu machen" zu sehen, die im Rahmen des Porzellanjahres 2005 konzipiert wurde.

Porzellanmalerei

Was Porzellanmalerei bedeutet, wie sie funktioniert & ihre Entstehungsgeschichte
Die Porzellanmalerei ist eine eigenständige Kunstform, die zumeist von gelernten Porzellanmalern ausgeübt wird. Bei der Porzellanmalerei steht die Verzierung eines Porzellanartikels, zum Beispiel Teller, Tasse oder figürliche Porzellanplastik per Hand im Vordergrund. Spezielle Keramikfarben und hauchdünne Edelmetalle, vorwiegend Gold und Silber, werden mit feinen Pinseln, Federhaltern und zum Teil auch mit Spritzpistolen, Schablonen und Stempeln auf die Porzellanobjekte aufgetragen und danach im Brennofen eingebrannt.

Dabei steht die Art des Dekors jedem Künstler mehr oder weniger frei zur Auswahl. Einfache Ränder aus Gold, Linienmuster, oder ein Dekor in Bänderoptik sind in der Porzellanmalerei genauso gefragt wie besonders kunstvolle Schriftzüge und Monogramme sowie Muster mit Blumen und Ornamenten.

Gerade diese schwierigeren Muster werden meist noch von den Porzellanmalern per Hand aufgetragen, einfachere Varianten, die lediglich Linien oder Punkte umfassen, werden heute häufig von Maschinen übernommen. Bis vor wenigen Jahrzehnten aber galt die Porzellanmalerei noch als hohe Kunst und die Maler genossen ein grosses Ansehen. Viele dieser Künstler wurden durch ihre Werke sogar berühmt, beispielsweise Johann Gregor Höroldt, der mit seinen Verzierungen den besonderen Stil des Meißner Porzellans prägte.

Die Porzellanmalerei konnte sich in Europa erst durch die Erfindung des ersten Hartporzellans der Welt entfalten. Diese für die Kunst enorm wichtige Erfindung gelang 1708 Ehrenfried W. von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttger, der es dann auch erstmals fabrikmässig produzieren liess. Das Meißner Porzellan, wie es benannt wurde, wurde und wird noch immer einzeln von Hand bemalt, was jedes Stück zu einem Unikat und Kunstwerk macht. Daher sind die Objekte aus Meißner Porzellan auch allesamt unglaublich teuer.

Die Ausbildung des besonderen Meißner Dekorstils, der die gesamte europäische Porzellanmalerei beeinflusste kam erst gegen 1720 durch den berühmten Porzellanmaler J.G. Höroldt. Mit der Erfindung des Unterglasurdekors 1740 wurde die Porzellanmalerei einen entscheidenden Schritt vorangebracht, da die Dekors wesentlich langlebiger wurden.

Bei dieser Technik wird das Porzellan zunächst mit dem gewünschten Dekor bemalt, trocknen gelassen und dann mit einer transparenten Glasur überzogen, bevor es in den Brennofen kommt. Dadurch sind die Dekors besser geschützt und verblassen nicht so schnell.

Porzellanmaler/in

Quelle: Wikipedia

Porzellanmaler/in, Glas- und Keramikmaler/in sind anerkannte Handwerks- und Ausbildungsberufe. Je nachdem, in welcher Branche sie tätig sind, verzieren sie Porzellan- und Keramikprodukte, aber auch Flachglas und Hohlglas. Die Dekors werden im manuellen oder teilmechanisierten Verfahren und Techniken aufgebracht und im Brennofen eingebrannt. Ein künstlerisches Talent ist bei dieser kunsthandwerklichen Tätigkeit Voraussetzung.

Berufsinhalt

Die zu verzierenden Porzellanteile werden vom Porzellanmaler mit Ränder-, Linien- und Bänderdekors, verschiedenen Schriftarten, Monogrammen, Blumen oder Ornamenten bemalt. Hierzu tragen sie keramische Farben und Edelmetallpräparate wie Gold und Silber von Hand mit dem Pinsel, der Feder oder einem Stempel auf.

Arbeitsstätten

Porzellanmaler/innen, Glas- und Kerammaler/innen arbeiten an Arbeitstischen in möglichst staubfreien, gleichmässig beleuchteten Räumen. Zur Tätigkeit einer Porzellanmalerin gehört auch das Arbeiten in einer Spritzkabine mit Spritzpistole und Schablonen.

Porzellanmaler/innen hatten noch bis vor wenigen Jahrzehnten in den Manufakturen und Porzellanfabriken im Vergleich zu den anderen Beschäftigten eine Art Sonderstellung. Sie hatten ein hohes Ansehen. Viele Porzellanmaler/innen wurden mit ihren Arbeiten berühmt, wie etwa Johann Gregorius Höroldt. Dieser prägte nach dem Tod von Johann Friedrich Böttger (1719) mit seinen Dekoren entscheidend den Charakter des Meißener Porzellans.

Viele Porzellanmaler/innen üben auch heute noch in ihrer Freizeit als Hobby oder als Nebenbeschäftigung die Kunstmalerei aus, so wie es schon Generationen von Berufskollegen vor ihnen taten.

Weissporzellan-Manufakturen

Im folgenden Abschnitt finden Sie ein paar Links zu den wichtigsten Weissporzellan-Lieferanten, die es in Westeuropa noch gibt. Schauen Sie sich in Ruhe um und klicken Sie sich durch die riesige Auswahl an Tellern, Tassen, Vasen, Schalen, Platten, Figuren und Gebrauchsgegenständen. 

Ein Teil des Angebots finden Sie auch im Lager des Porzellan-Malateliers an der Unterstadt 29 in Schaffhausen. Und je nach Möglichkeit, abhängig vom Lieferanten und dem Sitz der Manufaktur, können spezielle Objekte auch bestellt werden.